Legasthenie
 

„Legasthenie ist die Bezeichnung von Schwächen beim Erlernen von Lesen und Rechtschreiben, die weder auf eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung noch auf unzulänglichen Unterricht zurückgeführt werden kann...“
(Begriffsbestimmung des Bundesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie e.V.)


LRS - diese drei Buchstaben bedeuten für die betroffenen Kinder, Jugendliche und Eltern, aber auch für die unterrichtenden Lehrer/innen viel Ärger und Verdruss. Anhaltende Misserfolge trotz vielen Übens führen zu häuslichen Auseinandersetzungen, Frust und Schulangst. Der Verlust des Selbstbewusstseins und der Lernfreude setzt meist schnell ein, da sich das betroffene Kind mit Klassenkameraden vergleicht und feststellt, dass es trotz großen Lerneinsatzes nur Misserfolge erntet. Störverhalten im Schulunterricht, motorische Unruhe, Unaufmerksamkeit und eine nachlässige Schrift sind Anzeichen für eine Überforderung im Fach Deutsch.
Sitzen bleiben, Scheitern beim Übergang in die gewünschte weiterführende Schule bis hin zur gänzlichen Schulverweigerung können die Folge sein. Dabei sind diese Kinder weder faul noch dumm. Ein großer Teil dieser Schüler ist vom Intelligenzgrad her normal oder sogar überdurchschnittlich, sie benötigen aber eine individuelle Herangehensweise beim Erlernen des Lesen und des Rechtschreibens. 
Die Förderungen, die Eingangsgespräche und die Testungen werden ausschließlich von mir selbst durchgeführt.
Dieser Rahmen ist bewusst so gewählt, damit die individuelle Förderung eines jeden Kindes gewährleistet ist. Über die Woche verteilt werden wenige Schüler betreut.
Deshalb werden auch keine Legastheniekurse oder Rechtschreibkurse angeboten, sondern es wird vom jeweiligen Leistungs- und Lernstand eines Kindes ausgehend ein Lernkonzept entwickelt und den Eltern im Beratungsgespräch dargestellt.
LRS ist ein viel zu kompliziertes Problem,  als dass kurz die Gründe dafür erklärt werden können noch eine allgemeine Vorgehensweise mittels eines Kursangebotes angeboten werden könnte.
Bei betroffenen Personen wurden eine Reihe von Teilleistungsschwächen gefunden, die sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten können: u.a. können Störungen der Hörverarbeitung,  Sehprobleme, motorische Defizite und oder Störungen der sprachlichen Entwicklung vorliegen. Die Defizite müssen daher vor einem Förderbeginn in einem umfassenden Gespräch mit Eltern und betroffenem Kind eingehend abgeklärt werden. Dann folgt die eingehende Testung, um Stärken und Schwächen des Schülers/der Schülerin auszuloten. Aus diesen Informationen und Ergebnissen wird dann von mir ein Fördermodell vorgeschlagen. Daher kann für ein Kind eine Förderdauer von sechs Monaten, bei einem anderen von ungefähr einem Jahr anstehen. Durchschnittlich gesehen kann von einer Verweildauer von 13 bis 14 Monaten ausgegangen werden. Die meisten Schüler und Schülerinnen haben in dieser Zeit ihre Deutsch- bzw. Lese-/Rechtschreibleistungen erfolgreich verbessert, so dass  eine durchschnittliche Notensteigerung um mindestens eine Zensur erreicht wurde.
In der Dyskalkulietherapie sehen die Ergebnisse ähnlich aus.
Die Förderstunden finden in der Einzel- bzw. der Kleingruppensituation von maximal drei Kindern statt. So  habe ich auch jederzeit die Möglichkeit besondere Anlässe, sei es schulischer Unterrichtstoff oder persönliche Befindlichkeiten der Schüler und Schülerinnen, aufzunehmen und in die Therapiesituation einzubringen. So entsteht sehr schnell eine vertrauensvolle und motivierende Lernatmosphäre, die die Stärken des Schülers betont und die Schwierigkeiten abbaut. Das computerunterstützte Arbeiten und der Einsatz spielerischer Lernmethoden tragen dazu bei, dass die Schüler und Schülerinnen sich wieder ohne Vorbehalte auf das Lesen und Schreiben oder Rechnen einlassen und gern die Lerninsel Marienhafe aufsuchen.